Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachten / Silvester 2014

Vielen Dank an alle, die mir in diesem Jahr ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich wünsche euch frohe Weihnachten und alles Liebe, meine besten Wünsche für 2015. 
Eine schöne Zeit! 
Rainer Bauer

Montag, 15. Dezember 2014

Im Land der Götter und Dämonen

Papa Tengaras Kinder
Eine Reise-Erzählung
3,99 € / 9,80 €


#Weihnachtsgeschenke
#Reise #Asien #Indonesien #Java #Surabaya
#Travel #Asia #Indonesia


Indonesien. Java. Eine temporeiche und spannende Erzählung aus dem Land der Götter und Dämonen. 

Mit 23 Schwarz-Weiß-Fotos.

Vier Studenten auf Südostasien-Reise. Im Flugzeug lernen sie eine junge Chinesin kennen. Sie lädt sie ein in das Haus ihrer Eltern. Sie verbringen ein paar Tage in Surabaya und erhalten eine weitere Einladung auf eine Plantage in Ostjava. Am dritten Tag erhalten sie Besuch von bewaffneten Männern ...


Samstag, 13. Dezember 2014

Zum dritten Advent

 

Zum 3. Advent zünden wir das dritte Kerzlein an und denken an Jaroslaw Hasek und seinen braven Soldaten Schwejk:

Als der Schwejk hört, dass man den Franz Ferdinand erschossen hat, den österreichischen Thronfolger, ist seine erste Frage, ob er denn auch gut angezogen war. Dem Anlass angemessen! Man möchte doch nicht im Schlafanzug erschossen werden - und so ein Herr schon gar nicht.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Allein

Ist man allein, 
ist es besser, man ist zu zweit allein. 
Dann kann man wenigstens mal fremdgehen, 
um sich nicht so allein zu fühlen.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Adventskalender Aktion!


Tagesaktuell reduzierte eBooks als Adventskalender Aktion!
Bitte teilt diese Info - seht euch die Liste an.
Vielleicht interessiert euch auch das ein oder andere Buch. 


zum Beispiel am 5. oder am 24. Dezember

Eine schöne Vorweihnachtszeit!

Samstag, 29. November 2014

Überraschende Wende in Urheberrechtsstreit:
»Sie schreibt die Bücher, ich fange die Mäuse.«

Ach, bevor ich’s vergesse ... Ich hab’s euch ja noch gar nicht erzählt, wo ich doch sonst alles erzähle. Gerade wegen der vielen Katzenfans, die es gibt. Wartet nur, wenn ihr das hört, geht euch das Herz auf! Ach, es gibt ja so viele Neuigkeiten. Besser spät als gar nicht. Jetzt erzähl ich’s halt zum ersten Advent. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ... Vielleicht mache ich mal einen Band mit Adventsgeschichten für kleine und große Kinder ab 8 Jahren. Dann kommt sie da hinein, die Geschichte. Geschrieben hat sie meine Katze! Zum Vorlesen. Besinnlich. Passend zur Weihnachtszeit. Und das kam so ...

Also, neulich war ich beim Bäcker, und dann hat mich der Postbote noch aufgehalten, die Tür unten klemmt mal wieder, die Fußmatte legt sich quer oder steht hoch, was weiß ich. Der Postbote meint, ich soll sie rausschmeißen, die Fußmatte, nicht die Tür, aber auf jeden Fall aufpassen, weil bei uns dauernd eingebrochen wird - na jedenfalls: Ich komm zurück und da sitzt sie an meinem Mac, neben sich ein Schälchen Milch - und tippt, was das Zeug hält. Was sagt ihr dazu?

Okay, ich geb’s zu, das war jetzt ein dramaturgischer Trick: Das hab ich bloß so dahingesagt, damit ihr euch das besser vorstellen könnt. Wer hat schon eine hochbegabte Katze?! Eine Katze, die intelligenter ist als Herrchen oder Frauchen, das geht schnell, heutzutage. Fakt ist, dass sie nicht an meinem Mac saß: Nein, sie saß auf dem Fußboden. Die Bluetooth-Tastatur auf den Knien saß sie auf dem Fußboden und tippte sich einen Wolf. Schlagzeile: Katze tippt sich einen Wolf. Aber wir sind ja seriös und bleiben bei der Wahrheit.

Hundert Seiten - binnen einer halben Stunde. Das schaffe ich nicht einmal in einem Monat. Also, ich weiß auch nicht, wie sie das gemacht hat. Hexerei! Das Genre? Ja, also, ich sag mal - Horror. Meine Katze ist im Horrorfach unterwegs. Ich hab mich mal umgesehen, was es da so gibt: 


Es riecht so gut ihr frisches Blut: Nur Blut mein Freund, Das Blut der Apachen, Das Blut der Sonne; Blut um Mitternacht;  Blut ist dicker als Wein; Das Blut des Mondes; Zwischen Blut und Schatten; Schlechtes Blut, Verdorbenes Blut; Bitburger Blut; Blut vergisst nicht; Alles in Blut; Blut und Silber; Blut und Harz; Blut will reden; Chili im Blut; Blut für Blut; Blut und Knochen; Ihr Blut so rein; Das Flüstern des Blutes; Blut und Eisen; Versuchung des Blutes; Stimme des Blutes; Ein Koffer voll Blut; Fleisch und Blut; Blut-, Urin- und Stuhlanalysen ...  

Oder ist das schon Medizin? Ah, das ist schon Medizin. Die Übergänge sind ja fließend, es hängt ja alles mit allem zusammen. Ich kann mir nicht helfen: Das war früher alles besser.

Also, wenn ich mir den Wettbewerb so ansehe, ist sie verdammt gut aufgestellt. Meine Katze tippt ganz vorne mit. Der »Bestseller Nummer 1« bei Amazon ist gebongt!

Hätt ich ihr nicht zugetraut. Nein, hätt ich nicht gedacht. Sieht man ihr nicht an. Ich dachte immer, dass ich ... Wie heißt es so schön: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das Talent hat sie von mir. Vielleicht sollte ich es mal dem Jo Lendle schicken, aber nur wenn er mich dazu auffordert ... Nur wenn er danach VERLANGT! Wenn er danach GIERT! Wenn du dafür BRENNST, Jo, hörst du?! Ich will LEIDENSCHAFT sehen ... Der macht ja jetzt so ebooks in der Box, also in der Schachtel, um auch ein wenig mitzumischen. 


Also bei mir kommt kein eBook aus der Box. Bei mir kommt da so ein kleiner roter Springteufel raus. Egal, welches Buch sich nicht verkauft. Ich meine, das Nieveau der ächten Self Publisher wird der nie erreichen. Das soll er sich mal hinter die Ohren schreiben! Wenigstens ist das Zeug digital. Digital frisst kein Brot. Also lass ihn machen. Als fort, Frankfort.

Obwohl ich sagen muss: Vom künstlerischen Standpunkt sehe ich meine Katze eher bei Suhrkamp als bei Hanser - südöstlich von Elfriede Jelinek, nein, die ist ja bei Rowohlt, sehe ich gerade, komisch, der Walser auch, also da stimmt ja gar nichts mehr, das bringt einem das ganze Koordinatensystem durcheinander - also südöstlich von Rainald Götz und nordwestlich von Clemens Setz. Kennt die jemand? Doch, die schreiben auch Bücher. Wer eigentlich nicht?

Also wir haben uns zusammengesetzt wie zivilisierte Menschen, alles ausdiskutiert und uns miteinander ins Benehmen gesetzt. Und so sieht sie aus, unsere Lösung: Sie bekommt den Mac und schreibt weiter. Ich avanciere zu ihrem Agenten, gebe das Zeug heraus und versorge sie mit Futter. Ich kriege 100% vom Geld und sie 100% vom Fressen. In der Urheberrechtsfrage bin ich hart geblieben: Solange sie die Beine unter meinen Tisch streckt und mein Futter frisst, gehört alles, was bei ihr hinten herauskommt, unterm Strich, am Ende des Tages - also, das ist alles meins. Meins! MEINS!

Jetzt muss ich ihr nur noch beibringen, wie man das nennt - eine Win-win-Situation.

Freitag, 28. November 2014

Papa Tengaras Kinder



Im Dezember erscheint eine
Reise-Erzählung:

Papa Tengaras Kinder

Schauplatz Java, Indonesien

Mittwoch, 19. November 2014

Vermischtes



Sonntag, 16. November 2014

Wer war's?

Das Universum werkelt seit vierzehn Milliarden Jahren vor sich hin – was hat es hervorgebracht? Galaxien, Sonnensysteme, Schwarze Löcher, dunkle Energie, dunkle Materie und mich: Ein Manuskript, das jeder Verlag abgelehnt hätte! Wer war's? Wer hat dem Universum erlaubt, sich zu veröffentlichen?

Freitag, 7. November 2014

Ich und der Rollmops

Cover: Mihai Grosu


Roman
216 Seiten
E-Book und Taschenbuch
Von Freitagnachmittag, wenn ich das Büro verlasse, bis Montagmorgen, wenn ich es wieder betrete, spreche ich nur mit der Sprachsteuerung meines Handys und Verkäuferinnen – Verkäuferinnen beim Bäcker, beim Metzger und im Supermarkt. Sollte ich ein weiteres Mal heiraten, wird es bestimmt eine Wurstverkäuferin – die Kleine am warmen Leberkäse ist mein Favorit. Sie heißt Güler, Gülcan, Güzel, Gül oder Gök. Ich verlange zweihundert Gramm Leberkäse, sie gibt mir dreihundert. Jedes Mal hundert Gramm mehr, einfach so.

Sehe ich so hungrig aus?

In ein paar Jahren bringt sie mir einen Zipfel Fleischwurst mit. Ich werde mich freuen wie ein junger Hund und schwanzwedelnd an ihr hochspringen, falls ich es noch schaffe.

Gül von der Fischtheke ist auch nicht übel. Letzte Woche schenkte sie mir einen Rollmops.

„Eine kleine Aufmerksamkeit. Geht aufs Haus.“

Sie kennt mich; ich kaufe meinen Fisch immer bei ihr. Dem Gegenstand in keinster Weise angemessen, schließlich war es nur ein Rollmops, freute ich mich über die Maßen. Zugleich entsetzt, dass ich mich in meinem Alter noch so freuen konnte – über einen toten Fisch. Hat mich die Trennung so erschüttert? Bin ich so demütig geworden?

“Danke,“ sagte ich überschwänglich. „Danke, Frau Gülle! Danke, danke! Das wäre doch nicht nötig gewesen. Nächstes Mal bringe ich Ihnen auch etwas mit. Mögen Sie eingelegten Hering?”

Versteckt hinter einem Tiefkühlregal, vertieft in die Betrachtung einer Schachtel Handkäse, so, als könnte ich mich zwischen zwei Sorten nicht entscheiden, behielt ich sie im Auge:

Niemand außer mir trug einen Rollmops davon!

Fröhlich und frisch verliebt schritten wir zur Kasse, der Rollmops und ich. Dem Geruch nach hatte die Verwesung schon eingesetzt. Ich nahm ihn nicht mit hoch, warf ihn gleich in die Biotonne. Tomaten, Eier, Brot – schmeckte alles nach Rollmops.


Weiterlesen!

Jetzt reicht's mit Werbung. Demnächst geht's weiter im Blog ... Gewohnt seriös! 
Schönes Wochenende.

Mittwoch, 5. November 2014

"Warum sind Frauen nicht wie ich, nur mit Brüsten?"

Cover: Mihai Grosu


Roman
216 Seiten
E-Book und Taschenbuch
Eben noch gemeinsam im Urlaub. Jetzt die Trennung. Friedrich Karl Katzenbuckel (FKK) versteht das nicht. Er liebt einfache Geschichten. Doch Frauen sind kompliziert. Warum können sie nicht sein wie er, nur mit Brüsten? 

Sein Leben ist ein schwerer Ausnahmefehler. Gibt es ein besseres? Ja, das gibt es, sagt er sich. Und ich weiß auch, wie es aussieht: Wie eine Frau. Eine richtige Frau! Er macht sich auf die Suche.

Über das Internet findet er eine neue Liebe, die eine alte ist - seine Jugendfreundin Leo, die er vor langer Zeit aus den Augen verloren hat. Hals über Kopf stürzt er sich in eine neue Geschichte - oder ist es die Fortsetzung der alten?


                       ==>  Bratapfel und Kichererbsen <==

Dienstag, 21. Oktober 2014

Mitteilung an meine LeserInnen!

Mein letztes Buch trägt den Titel "Allein mit dem Papst und einem Rollmops". Offenbar habe ich damit die Gefühle einiger LeserInnen verletzt oder der Titel wurde nicht verstanden, wie er gemeint war. Eines will ich bestimmt nicht: Sie, euch, meine LeserInnen zu vergraulen, zumal es ein gutes Buch ist, das dadurch in Misskredit gerät.

Kurzum, ich habe das nicht vorhergesehen und wen ich verletzt habe, die/den bitte ich um Entschuldigung. Ich ziehe das Buch zurück und werde es in absehbarer Zeit unter einem neuen Titel veröffentlichen.

Wer es gekauft hat, möge sich bei mir melden. Selbstverständlich erhaltet ihr die neue Version gratis! Danke für euer Verständnis.

Rainer Bauer

Samstag, 18. Oktober 2014

Das erste Interview (1)

Mein total optimiertes Schriftstellerleben

Eine Zeitung hat sich gemeldet. Zehn hab ich angeschrieben, eine hat sich gemeldet: Der Kirchberger Bote. Die Zeitung, in die Eddie immer die Hausmacher Wurst eingewickelt hat, erinnert Ihr euch? Die Zeitung, die er mitsamt der Blutwurst, Leberwurst und dem Schwartenmagen in den Ofen geschmissen hat, wenn Anna ihm wieder mal blöd gekommen ist? Habt Ihr mein Buch gelesen? Das Haus an den Gleisen? ... Die sind das! Die wollen ein Interview mit mir machen. Erstes Buch! Erstes Interview! 

Der erste Meilenstein zum Ruhm!

Wir haben uns verabredet. Nächste Woche. Diese Woche hab ich keine Zeit. Ich brauche einen gewissen Vorlauf, kann mich ja nicht mit jedem unterhalten. Ich bin ein vielbeschäftigter Schriftsteller. In der Stadt im - darf ich das hier sagen? - Café Mozart. Nächsten Freitag, also nicht Freitag diese Woche, sondern Freitag nächste Woche, zehn Uhr. Es kommt ein Fotograf mit. Ist das in Ordnung? Ja, sage ich leicht genervt, Fotograf? Na klar, ich werde jeden Tag fotografiert! das ist in Ordnung.

Ein Fotograf! Mein Gott, Leute, bin ich aufgeregt. Da kommst du monatelang nicht aus der Hütte und gleich öffentliche Person. Ich höre mich schon an wie Wolf Haas, habt Ihr's gemerkt? Das ist der mit dem Brenner: Jetzt ist schon wieder was passiert ...

Also jetzt geht's los! Ich muss mich vorbereiten. Ich weiß auch schon, wie. Ich werde mir eine Liste mit Fragen und Antworten machen. Coole Fragen! Coole Antworten! Vorbereitung zahlt sich aus. Das Buch wird abgehen wie eine Rakete. Die Verkaufszahlen werden explodieren

So ein Gespräch darfst du nicht aus der Hand geben. Das ist wie bei jedem Gespräch - du musst immer darauf achten, dass du die Fäden in der Hand hast. Du musst immer im Driver Seat sitzen! Gegebenenfalls musst du die Fragen so umformulieren, dass sie zu deinen Antworten passen. Und cool bleiben! Cool wie die Sau! Nie aus dem Konzept bringen lassen.

Interviews werden oft unterschätzt. Manche gehen hin und denken: Okay, erzähl ich denen halt mal was von mir. Kann ja gar nicht schiefgehen. Die Welt wartet auf mich. Hallo Leute, hier bin ich ... Hauptsache, sie sind nett. 

Nett? Was ist denn das für eine Scheiße?! Du willst gelesen werden. Du brauchst ein Publikum. Also musst du dich prostituieren, auf den Markt gehen, auf den Straßenstrich, wo schon viele andere sind, gegen die du dich behaupten musst. Du willst wahrgenommen werden: Was ziehst du an? Was kannst du herzeigen? Was hast du zu bieten? Wer bist du?


1. Wer bin ich?

 

Grass, Enzensberger, Rosamunde Pilcher, Joanne Rowling oder Atze Schröder? Harry Potter oder Blechtrommel? Ein Klon, das siebenhundertachtundvierigste Feinwaschmittel, oder ein Original? Eine eigenständige Marke? Was passt zu mir? Bin ich ein Träumer, ein Rebell, ein verhinderter Politiker, ein frustriertes Arschloch, ein Schlächter ...? Märchenerzähler, Aufwiegler, Visionär, Mahner? Will ich Menschen umbringen: erdolchen, vergiften, überfahren, in Säure auflösen, zerstückeln, zersägen, enthaupten, kochen? Einzeln oder in Serie?

Wenn du natürlich schon ein Serienkiller bist, musst du nichts weiter tun. Dann kannst du dich schmunzelnd zurücklehnen und ganz du selbst sein. 

Ach ja, und noch was: Kann ich überhaupt, was ich will? Kann ich überhaupt sprechen? Pipi, kaka, dadada, bubu ... Wörter, Sätze, Grammatik, Stil - schon mal gehört? Schon mal ein Buch gelesen?


2: Was ist mein Markenkern?

 

Wenn du weißt, wer du sein willst, welche Marke du bist, kannst du deinen Markenkern entwickeln. Rebellen sehen anders aus als Märchenerzähler, Philosophen anders als Schlächter (nicht immer, aber meistens). Sie reden auch anders ... Deine öffentliche Erscheinung musst du gestalten - und zwar alles: wie du auftrittst, wie du dich setzt, ob du die Beine übereinander schlägst oder nicht, ob du Anzug oder Jeans trägst, Hemd oder Pullover, Mimik, Gestik, Ausdruck, alles. Und natürlich, was du sagst. 


3. Die Marketingstrategie  

 

Du musst dich kennen, deine Ziele kennen, wissen, wo du hinwillst und auf welchem Weg du dort hinkommst. Du darfst nichts dem Zufall überlassen. Mit anderen Worten: Du musst dich managen! Du brauchst eine Marketingstrategie, wo jeder Baustein zum anderen passt und alles harmoniert. Kommunizierende Röhren. Branding, Wording, Feeling, Networking. Alles aus einem Guss.

Denn es ist doch so: (Das bleibt jetzt aber unter uns. Das ist jetzt wirklich streng geheimes Marketingwissen.) Wir bewegen uns in einem Markt mit einer sehr niedrigen Eintrittsbarriere. Alle können rein und ihren Scheiß sofort per Knopfdruck über die ganze Welt verstreuen. Im Internet wird das Kleinste ganz groß, auch wenn das Kleinste ganz großer Mist ist. Hinter dem Fussabdruck eines Tyrannosaurus Rex kann sich eine Maus verbergen - oder der feuchte Traum einer Maus. Wahrlich, ich sage euch: Genauso ist es auch!

Der Markt ist jung, aber er professionalisiert sich. Viele von denen, die heute dabei sind, werden morgen verschwunden sein, aus den unterschiedlichsten Gründen. Es gibt Super-Duper-Stars, Superstars, Stars und einen verdammt langen Schwanz. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt. Oh, oh ... oh, oh ... ich sehe schon, da hapert es gewaltig. Jetzt müssen wir mal schnell unterbrechen, einen Einschub machen und einen Blick auf den langen Schwanz werfen.

(So ist das, wenn ich anfange, komme ich vom hundertsten ins tausendste. Besser gar nicht anfangen. Ich weiß nicht, was mein Markenkern ist, und eine Marketingstrategie habe ich auch nicht. Ich kann nicht zu diesem Interview gehen. Ich muss absagen! Ich hasse diesen Blog. Ich weiß nicht, wer ich bin!)


Fortsetzung folgt:

Der lange Schwanz

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Bleiben Sie heiter!
Allein mit dem Papst und einem Rollmops
Eine Singlekomödie

Wenn dir das Leben keine guten Geschichten schenkt, nimm dein Schicksal in die Hand: Schreib sie selbst!

Friedrich Karl Katzenbuckel hat genug von Geschichten, die nicht gut ausgehen. Jetzt steckt er schon wieder in einer drin: Seine Frau Susanne hat sich nach dem letzten gemeinsamen Urlaub („Zwei Wochen Halbpension“) von ihm verabschiedet. Das Alleinsein nicht gewöhnt, versucht er seine Gefühle zu ordnen und sich neu zu orientieren.

Er will Teil einer guten Geschichte sein. Doch was tun, wenn dir das Leben keine guten Geschichten gibt? Mach sie dir selbst! Über das Internet sucht und findet er eine neue Liebe, die eine alte ist - seine Jugendfreundin Leo, die er vor langer Zeit aus den Augen verloren hat. Gibt es eine zweite Chance?


Weiterlesen? ==> Hier

Montag, 29. September 2014

Samstag, 20. September 2014

Die verbotene Bibliothek

Geheimes Wissen der Psychologie

Schlucken Sie keine Kröten: Fressen Sie Krokodile!
Up or Out: Wie Sie garantiert nach oben kommen!

Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Johannes Mabuse

Neulich erschien ein Mann in meiner Praxis, Anfang vierzig, Mitarbeiter eines Unternehmens, das weniger durch erfolgreiche Geschäfte als durch Korruptionsskandale und Steuervermeidung aufgefallen ist. 

"Mein Chef sagte im Personalgespräch zu mir: Sie haben eine gute Ausbildung, Sie sehen gut aus, was im Verkauf immer ein Vorteil ist. Sie haben Hirn, aber Ihnen fehlt das gewisse Etwas: Killerinstinkt! Sie haben keinen Biss, Mann!"

"Das ist der Grund, weshalb Sie mich aufgesucht haben?"

"Ja. Er sagt, ich muss an mir arbeiten, sonst komme ich nicht weiter." 

"Richtig. Gute Entscheidung! Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?"

"Zweiundvierzig."

"Erstaunlich, dass Sie überhaupt so weit gekommen sind. Gut, wie kann ich Ihnen helfen, Herr ...?"

"Müller. Winnetou Müller."

"Winnetou Müller? Nun, das ist eine Kleinigkeit. Das machen wir gleich mit. Wie wär's mit etwas Preußischem, Lehndorff, Bismarck ... Wollen Sie einen Doktortitel? Ein Adelsprädikat? Einen neuen Lebenslauf? Sprechen Sie mit meiner Sekretärin. Aber die Behandlung ist langwierig und teuer. Sind Sie dazu bereit?"

"Sagen Sie mir, was ich tun muss."

"Wie viele Kröten schlucken Sie pro Woche, mehr oder weniger als drei? Ich schätze, mehr? Sie schlucken doch Kröten, oder? Auf gut deutsch: Wie oft kotzen Sie?"

"Drei Mal am Tag."

"Drei Kröten. Mit Verlaub, das sieht man Ihnen an. Sie wirken ein wenig angestrengt. Schlucken Sie sie runter oder behalten Sie sie unter der Zunge?"

"Die großen schlucke ich runter, die kleinen behalte ich unter der Zunge."

"Es finden sich immer Abnehmer, nicht wahr. Schleudern Sie sie Ihren Kollegen ins Gesicht, was? Ha, ha, ich sehe, wir verstehen uns. Sie sind auf dem richtigen Weg, mein Lieber. Wann ist Ihr nächstes Gespräch?"

"Im August."

"Gut, dann haben wir drei Monate Zeit. Das kriegen wir hin. Ihr Chef wird beeindruckt sein. Ich sage Ihnen jetzt, was Sie tun müssen. Hören Sie zu? Sind Sie bereit?"

"Ja."

"Gut! Punkt eins: Hören Sie auf, Kröten zu schlucken. Fressen Sie Krokodile! Keine Alligatoren, keine Warane - Königskrokodile! Die sind etwas teurer, aber genau die brauchen wir: Die Maneater, verstehen Sie? Beißer! Menschenfresser! Gibt's bei uns nur im Versandhandel. Nehmen Sie einen Vorratspack mit hundert Stück, die halten sich, wenn Sie sie in die Tiefkühltruhe legen. Abends nehmen Sie eines heraus und lassen es im Kühlschrank auftauen.

Indem Sie zu mir gekommen sind, haben Sie die richtige Entscheidung getroffen, ich sagte es bereits. Aber ich bin nicht billig. Ich arbeite nur mit den besten Zutaten. Ich kann Ihnen für Ihren Termin eine Tapferkeitsmedaille leihen oder das Truppenabzeichen der Legion Condor. Aber mein Honorar ist nicht verhandelbar. Wenn Sie es billiger wollen, gehen Sie zur Konkurrenz. Einverstanden?"

"Voll und ganz!"

"Gut. Kommen wir zu Punkt zwei. Der heikelste Punkt. Die Zubereitung. Wir stellen uns mal ganz dumm: Was ist ein Krokodil? Im Prinzip ein Schalentier, nichts anderes als eine zu groß geratene Garnele. Wir bereiten es zu wie einen Hummer. Nehmen Sie einen hinreichend großen Topf, füllen Sie ihn mit Wasser, geben Sie etwas Salz hinein, erhitzen Sie es und geben Sie das Krokodil dazu - langsam und unter ständigem Umrühren, damit es nicht anklebt! 

Und jetzt müssen Sie gut aufpassen! Jetzt kommt der Trick: Es darf unter keinen Umständen kochen! Wenn es kocht, verliert es den Biss; dann können wir es den Hasen geben. Sie müssen es garen. Langsam auf den Punkt garen und erkalten lassen.
Königskrokodil mit Stangenspargel und Sauce Hollandaise
 Rache ist eine Speise, die kalt genossen wird. Denken Sie daran. 


Vor dem Verzehr entfernen wir den Kopf und den Schwanz mit einer Krokodilschere. Dann drehen wir den Burschen um  - mit  leicht angefeuchteten Fingern - und nehmen den Brustpanzer und die Beinchen ab. Das ist alles. Bitte einmal täglich auf nüchternen Magen! 

Schonend zubereiten und kalt essen - das sind die beiden Dinge, die Sie sich merken müssen. Rechnung kommt per Post. Wir sehen uns in vierzehn Tagen. Lassen Sie sich draußen einen Termin geben."

Wenn auch Sie Fragen an unseren Psychologen haben, hinterlassen Sie einen Kommentar oder schreiben Sie uns!

Donnerstag, 18. September 2014

Eine Fallstudie aus der Praxis

Kommenden Samstag startet in diesem Blog unsere neue Reihe Die verbotene Bibliothek. Zum Auftakt erscheint ein Gastbeitrag von

 Professor Dr. Johannes Mabuse
 Eine Fallstudie aus der Praxis

Doktor Mabuse ist der Enkel des berüchtigten Doktor Erich Mabuse, der von Beruf Psychoanalytiker war und bekanntlich ein Verbrechergenie mit hypnotischen Fähigkeiten. Das einzige, was ihn mit seinem Großvater verbindet, ist sein Beruf: Auch er widmet sich der Seele des Menschen und hat sich mit unkonventionellen Methoden einen Namen gemacht.

Von der Wissenschaft verleugnet und totgeschwiegen, hat Dr. Mabuse seine publizistische Tätigkeit eingestellt und sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen. Was viele nicht wissen: Er praktiziert noch! Unserem Redakteur ist es gelungen, ihn aufzuspüren und mit ihm zu sprechen; wie, das wäre einen eigenen Beitrag wert.

Wir sind stolz, unseren LeserInnen diese exklusive Erstveröffentlichung präsentieren zu dürfen! Es ist nicht auszuschließen, dass der Beitrag verboten wird, weil er Erkenntnisse enthält, die der Öffentlichkeit nicht zuzumuten sind. Es wäre nicht das erste Mal.

Seien Sie dabei! 

Samstag, 9. August 2014

Ein Wort zum Thema (Eigen-) Werbung

Eine Polemik

Eigentlich hasse ich Werbung. Eigentlich brauchen meine Bücher keine Werbung. Ihre Qualität - sagen wir es zurückhaltend - kann sich mit jedem Verlagsbuch messen. Zu einem unschlagbaren Preis! Doch ich will mich nicht vergleichen, mit niemandem: Ich will gelesen werden!

Indessen nehmen die Medien selbst-publizierte Bücher nicht zur Kenntnis. In den Feuilletons und der Literaturkritik großer Zeitungen kommen sie nicht vor. D
eren Autorinnen und Autoren werden gern apostrophiert als Parias, als Underdogs, als Ausgestoßene; ihre Bücher werden gemieden, als seien sie verseucht. Lieber schlägt man unisono auf den Teufel Amazon ein. Wer schreibt? Schwache, die Schwächere prügeln - Journalisten, die froh sein können, dass sie noch Jobs haben. Zum Totlachen, Jungs. Nehmt ihr euch selbst noch ernst?

Selfpublisher mögen nicht immer gut sein, man mag sie belächeln, sie können vielleicht nicht oder noch nicht schreiben - na und? Wenigstens haben sie eine faire Chance, sich ihre Leser zu suchen und sind nicht mehr angewiesen auf die Gesichtskontrolle von Agenturen und Verlagen. Deren Meinung bedeutet gar nichts; die erkennen kein gutes Manuskript, wenn sie es vor der Nase haben. Die haben auch Bücher von Nobelpreisträgern abgelehnt.

Dem SP-Markt fehlt eine unabhängige Plattform - ein Schaufenster für qualitativ hochwertige Bücher. Bücher, für die die gleichen Maßstäbe gelten wie generell für Literatur. Es gibt zu viele, die am vermeintlichen Goldrausch verdienen wollen, indem sie Schaufeln verkaufen, zu viele, die schnell zu Geld oder Ruhm kommen wollen, und zu wenige, die wirklich nach Gold suchen.

Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft angeht. (Wie Sie wissen, sind wir in der Zukunft alle tot.)
Die eine Seite muss heraus aus ihrer Wagenburg, sich öffnen und verabschieden von ihrer unerträglichen Larmoyanz: Wir sind die Hüter der Kultur. Wir investieren in Autoren. Wir sind der Hahn auf dem Mist. Der Hahn, sicher? Nicht vielleicht der Mist, weil ihr Mist reproduziert und keine Talentsuche betreibt? Weil euch der Blick abhanden gekommen ist? Weil ihr Kernkompetenzen outgesourct habt? Mantra-artig immer nur das Gleiche sagt? Ich will Amazon nicht verteidigen, aber gegen Amazon in den Heiligen Krieg ziehen, um das eigene Überleben zu sichern - mehr fällt euch nicht ein? Keine eigenen Ideen? Keine konstruktiven Vorschläge? Nirgendwo ein Zündfunke?

Die andere Seite wird sich professionalisieren und sich Leser und Märkte suchen. Diese Minimalchance hat sie - und das ist gut so! Auf Märkten wird naturgemäß geschrien. Sehen Sie Werbe-Postings für meine Bücher also als einen Akt der Selbstbehauptung.

Mein Dank gilt meinen Leserinnen und Lesern, die mir Mut machen und mich unterstützen. Die Rezensionen zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. 


Die Links zu meinen Büchern:

Zwei Wochen Halbpension
http://www.amazon.de/Zwei-Wochen-Halbpension-Rainer-Bauer-ebook/dp/B00JFTHL0O/ref=pd_sim_kinc_1?ie=UTF8&refRID=0AJT33GHS4N86QRE81PX

Das Haus an den Gleisen
http://www.amazon.de/Das-Haus-Gleisen-Rainer-Bauer-ebook/dp/B00F5DQ2PY/ref=pd_sim_kinc_14?ie=UTF8&refRID=1CVAC7PM2BG9YJMQ59K6

Allein mit dem Papst und einem Rollmops
Oktober 2014

Dienstag, 15. Juli 2014

Allein mit dem Papst und einem Rollmops

Wie wird man Fussball-Weltmeister? 
Mit Kampfgeist, Disziplin, Talent und Geduld. 

Wie schreibt man ein Buch? 
Mit Kampfgeist, Disziplin, Talent und Geduld.

Gib dich nie zufrieden,
wenn du es besser kannst!

Der Blog pausiert,
die Arbeit geht weiter. 

Im Oktober erscheint die Fortsetzung von Zwei Wochen Halbpension. Friedrich Karl Katzenbuckel ist allein, seine Frau hat ihn verlassen ...
 
Allein mit dem Papst und einem Rollmops
Roman 

Mehr dazu hier: Klappentext

1954 - 1974 - 1990 - 2014

#Weltmeister #Glückwunsch #ebook #Buch #Lesen

#Leser stehen nie abseits! 

Zwei Wochen Halbpension

Roman. 4 x Bestnote. 
#Taschenbuch & #ebook

Zwei Wochen Halbpension

1954 - 1974 - 1990 - 2014

#Weltmeister #Glückwunsch #ebook #Buch #Lesen

#Leser gewinnen immer! 

Das Haus an den Gleisen.

Roman. 6 x Bestnote. 
#Taschenbuch & #ebook

Das Haus an den Gleisen 

Mittwoch, 18. Juni 2014

Teufelnochmal investigativ: Hegels erschütterndes Geständnis (1)

Zu Besuch bei ... Arthur Schopenhauer in L. A. 

Dritter Teil: Die Reportage

 

Hegel, ohne Schuhe und Strümpfe, unrasiert, sichtlich verstört ... Wurde er gefoltert? ... sitzt auf dem nackten Fußboden, ein Pappschild um den Hals: Ich bin ein Betrüger! 

Stimme aus dem Off. Ist es Arthur? "Sprich in die Kamera!"

Hegel in die Kamera: „Ich bin ein Betrüger! Mein Ruhm ist frech erschlichen." 

Stimme aus dem Off. „Lauter, Kerl! Man versteht dich kaum.“ 

Hegel lauter: „Ich habe es nie zu einer einzigen wirklich großen, echten und originellen Leistung gebracht. Ich habe überhaupt nie irgend ein Werk von bleibendem Wert in die Welt gesetzt. Ich bin ein sub … sub… sub …“

Stimme aus dem Off: „Subordiniertes, verschlagenes Wesen. Er muss es nur ablesen. Selbst dazu ist er zu blöd!“

Hegel: „Ein subordiniertes, verschlagenes Wesen mit einem unvertilgbaren Hang zum Lügen.“

Hegel schlägt die Hände vors Gesicht und weint.

Stimme aus dem Off: „Weiter! Hundertachtzig Sekunden bis zur Werbung.“

Hegel: „Ich verstecke die bitterste Gedankenarmut unter einem unermüdlichen, klappermühlenhaften, betäubenden Gesalbader. Was kann ich dafür, wenn das deutsche Publikum meinen Wortkram Seite für Seite liest, ohne zu wissen, was der Schreiber eigentlich will: es meint eben, das gehöre sich so. In Folge meiner schwachen Vernunft klebe ich an der Gegenwart, sehe immer nur das Nächste und nehme den Schein für die Sache selbst. Für Philosophie, Kunst und Musik habe ich keinen Sinn.

Trotzig: Man kann von mir auch nichts anderes erwarten, wenn man erwägt, dass ich niedrig gewachsen, schmalschultrig, breithüftig und kurzbeinig bin. Ich bin gar kein Mann, noch nicht einmal ein Mensch. Ich bin ein Weib. Jawohl, hier und jetzt sage ich: Ich bin ein Weib! Und das ist gut so! Alles an mir … Alles …“

Stimme aus dem Off: „Koketterie und Äfferei.“

Hegel: „Die Verstellung ist mir angeboren. Alles an mir ist Koketterie und Äfferei.“ Errötet. Kichert verlegen. „Aber ich darf Ihnen versichern, dass mich die Natur mit den Waffen und Werkzeugen ausgerüstet hat, deren es zur Sicherung meines Daseins bedarf. Ich besitze eine eigentümliche Heiterkeit, die meinem Wesen und Treiben einen gewissen Leichtsinn verleiht.“ 

Stimme aus dem Off: „Genug, schafft ihn weg! Werbung!“

Petra-Amöneburg-Zöckler: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

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Anmerkung
Zwischen Schopenhauer und der Philosophie, wie sie an Universitäten gelehrt wird, personifiziert durch Hegel, gibt es eine lebenslange Fehde. Schopenhauer fühlt sich übergangen, nicht beachtet, mit seinem Werk nicht ernstgenommen. Andere, aus seiner Sicht mindere Geister, machen Karriere. Er regt sich fürchterlich auf, spuckt Gift und Galle, drückt sich aber immer vorbildlich und in bestem Deutsch aus, klar und unmissverständlich. Ein verständlicher Philosoph - vermutlich gilt das in Deutschland als unphilosophisch. Die Hegel in den Mund gelegten Zitate finden sich bei Schopenhauer im Original in den Parerga und Paralipomena, und zwar in den Aufsätzen "Über die Weiber", "Über Gelehrsamkeit und Gelehrte", "Über Schriftstellerei und Stil".

Montag, 16. Juni 2014

Programmhinweis

Nach langen Debatten in der Redaktion haben wir uns entschlossen, den dritten Teil von Petras Reportage nun doch auszustrahlen. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, die ganze Wahrheit zu erfahren, und nichts als die Wahrheit. Darauf geben wir Ihnen unser Ehrenwort, wir wiederholen: Unser Ehrenwort!

Der Beitrag ist schwer jugendgefährdend. Er kann unter bisher ungeklärten Umständen zu Darmträgheit und kurzzeitigen Organausfällen führen. Ein Sendeplatz zu später Stunde am Vorabend von Fronleichnam scheint uns jedoch vertretbar. 


Schalten Sie ein:
Teufelnochmal investigativ

Hegels erschütterndes Geständnis

Mittwoch 18. Juni, 23 Uhr 59


Donnerstag, 12. Juni 2014


Gibt es noch Vorbilder?
Er wäre zu nennen.
 Frank Schirrmacher ist tot!
Das ist eine entsetzliche Nachricht.

Der Nachruf von Edo Reents aus der FAZ 


Mittwoch, 11. Juni 2014

Ist Heidegger schon geschlüpft?

Zu Besuch bei ... Arthur Schopenhauer in L. A. 

Zweiter Teil 

 

Immer noch am Set von "Deutschland sucht das Spatzenhirn". 

Catwalk. Defilee der Kandidaten. 


Petra Amöneburg-Zöckler (PAZ): „Kant sah auch schon mal besser aus.“

Arthur Schopenhauer (AS): „Er war schon immer etwas kränklich. Zu viele schräge Kommentare! Zu ironisch. Zu selbstgefällig. Das schätzt das Publikum nicht. Hegel glüht noch nach, aber Hegel ist ein zäher Hund.  


Ein alter Mann, nackt bis auf einen Stofffetzen. 

Heute keine Unterwäsche, Anaximander! Der Kerl ist ein Exhibitionist. Muss immer was raushängen lassen. Geh zurück und zieh dir was über!  

Aristoteles im Rollstuhl. 

Beide Beine verloren, der Ärmste, kommt immer wieder. Nicht unterkriegen lassen, Aristoteles, immer wacker und munter. Eine Schlacht verlieren, aber nicht den Krieg. So ist’s recht! Aber so leid es mir tut: Ich habe heute kein Foto für dich.“

Aristoteles ab zu den Fischen. Ein Schrei. Das Wasser färbt sich rot.

 
„Um den müssen wir uns nicht sorgen. Der kommt wieder. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Hildegard von Bingen.“


PAZ: „Frei.“


AS: „Sehr frei. Wir stehen kurz vor dem Finale und haben noch sechzehn Kandidaten.“


PAZ: „Fünfzehn!"


AS: Gleich sind es nur noch neun."

PAZ: Du verarbeitest in deiner Show auch persönliche Erfahrungen, nehme ich an. Erfolg war dir selbst nie vergönnt. Kein Schwein hat sich für dich interessiert. Bist du ganz frei von Rachegedanken?“

AS: „Wenn ich einen Therapeuten brauche, gehe ich zum Therapeuten. Wir betreiben hier keine Selbsterfahrung.  Ich bin lange genug im Welterklärungsgeschäft. Wir sind Profis. Unser Schlachtfeld sind die Laufstege der Welt.“


PAZ: „Deine Philosophie wurde dreißig Jahre nicht beachtet.“


AS: „Die Welt als Wille und Vorstellung wird neu aufgelegt.“


PAZ: „Tausend Seiten als dreiteiliger Twitter-Roman. Nennst du das Erfolg?“


AS: „Die Aphorismen werden vertont.“


PAZ: „Als komische Oper!“


AS zu sich: „Der einzige Mann, der nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt." Seufzt: „Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.“


PAZ: „Jahrelang hast du auf die Philosophen geschimpft. Vor allem auf Hegel. Du hast ihn einen Windbeutel, Pflasterschmierer und Kopfverderber genannt. Er hat dir Schamlosigkeit und Verrat vorgeworfen und die Boulevardpresse gegen dich aufgehetzt. Jetzt machst du diese Show und holst ihn in die Jury. Warum? Alles nur wegen der Quote?“


AS: „Ist wie bei James Bond: Starke Denker brauchen starke Gegner. Hegel?“ Lacht. „Sieh ihn dir an! Ein B-Klasse-Philosoph. Wer liest heutzutage noch Hegel? Sag was, Hegel? Bist doch sonst nicht so maulfaul.“


„Was’n?“ Hegels Kopf fährt hoch und kippt auf die Brust.


AS: „Nicht wahr, du liebst mich?“


Hegel sucht die Kamera, macht das Siegeszeichen. „Ich war bloß neidisch. Ich liebe ihn.“


PAZ: „Schopenhauer liest auch kein Schwein."


AS: „Ich bin im Fernsehen. In ist, wer drin ist! Man sieht mich, also bin ich. Weißt du, was ein Werbeblock in meiner Sendung kostet?"


PAZ: „Für welche Zielgruppe? Männer, die nicht mehr pissen können?“


AS: „Von denen gibt es immer mehr. Wir planen ein Spin-off. Der Pudel kriegt seine eigene Sendung."


PAZ: „Werbefläche für Tierfutter, nehme ich an."  


AS nachdenklich: „Wir dürfen die Katze nicht kannibalisieren.“


PAZ: „Die Katze?“


AS: „Daniela Katzenberger.“ 


PAZ: „Das wird bestimmt ein Erfolg."


AS: „Wird es, Zöckler. Wird es."


PAZ: „Noch einmal: Warum nicht Sartre, Jaspers, Nietzsche? Warum Hegel?"


AS: „Für die Eitelkeit ist selbst die Pfütze ein wohlgefälliger Spiegel.“


PAZ: „Es heißt, du hast ihn gefoltert. Drei Wochen Privatfernsehen ..."


AS: „Meine Philosophie ist eine Philosophie des Mitleids."


PAZ: „… und Prügel angedroht."


AS:  „Kein Kommentar.“


PAZ: „Heidegger ist verschwunden!“


AS: „Verschwunden? Heidegger ist tot. Seine Erbsubstanz wurde geklaut. Das ist etwas anderes.“


PAZ: „Wir werden niemals erfahren, welche Gedanken er uns noch hätte schenken können.“


AS: „Damit habe ich nichts zu tun, nicht das Geringste.“ Zu sich: „O Gott, ich ertrage das nur, wenn ich völlig zugedröhnt bin. 


Das Gespräch ist beendet. Sprich mit meinem Friseur. Der erzählt dir alles, was du wissen musst. Los, Kinder … Macht voran! Kommt, kommt, kommt … Kant ist hinüber. Kann mal jemand die Jury abräumen? Ist Heidegger schon geschlüpft? Tempo, Herrschaften, das ist eine Casting-Show mit angeschlossener Hühnerfarm, nicht umgekehrt. Wie lange dauert das?“  


Nagt einen Unterschenkelknochen ab, an dem noch ein Fuß hängt.

„Ihr müsst mehr essen, Kinderchen! Ihr seid zu dünn. Haut rein!“

PAZ: „Arthur, mir graut vor dir.“ 



Samstag, 7. Juni 2014


Diesen Blog gibt es seit einem Monat. 
1500 Seitenaufrufe sind nicht schlecht.
Dafür danke ich Euch und wünsche

Schöne Pfingsten!

Dienstag, 3. Juni 2014

Zu Besuch bei ... Arthur Schopenhauer in L. A

Erster Teil

Führungskräfte üben den philosophischen Gang

 

Arthur Schopenhauer und sein Pudel Butz
Zeichnung: Wilhelm Busch, Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia


















Wir schreiben das Jahr 2030. Der Tod hat seinen Schrecken verloren. Zurückgekehrt sind nicht nur die Dinosaurier, auch Arthur Schopenhauer und andere Geistesgrößen weilen wieder unter uns. Unsere Chefreporterin Petra Amöneburg-Zöckler hat den großen Philosophen in Los Angeles besucht. 


Die Kamera macht eine 360-Grad-Fahrt und fängt ein Schwesternzimmer, eine Badewanne, einen gebohnerten Flur und eine Phalanx Rollstühle ein.

 Chefreporterin Petra Amöneburg-Zöckler (PAZ): „Wir befinden uns in der berühmten Philosophenvilla am Mulholland Drive. Am Set der Casting-Show Deutschland sucht das Spatzenhirn. Es ist zwanzig Uhr dreißig. Sokrates und Diogenes haben sich gestritten. Streitobjekt ist die Mülltonne, die Diogenes ins Zimmer gestellt hat.“


„Die Tonne oder ich!“


Sokrates weint und droht damit, sich umzubringen.


„Geh doch nach Hause zu deiner Frau.“


Sokrates Weinen wird lauter.


PAZ: „Wir schalten kurz in den Olymp.“ Das Bild flackert. Der amerikanische Präsident in Unterhose, sicher eine Täuschung. Die Götter sehen aus wie man sich Götter vorstellt; man möchte gar nicht hinsehen. „Nichts Neues bei den Göttern.“ Zurück nach L. A. „Die Kandidaten haben zu Abend gegessen und wandeln durch die Säulengänge.“


Links und rechts des Flurs öffnen sich Türen. In Bettlaken gewickelte Greise kommen heraus, kein Gramm Fett am Leib, völlig ausgemergelt. Dem einen fehlt ein Fuß, dem anderen ein Bein; unsicher, schwankend wie auf den Planken eines schlingernden Schiffs. 

 
PAZ: „Wackelkandidaten! Hallo, Pythagoras. Thales von Milet! Gleich trifft man sich zum Kamingespräch mit einem Ehrengast, er steckt auf dem Weg vom Flughafen im Stau. Man munkelt, es sei Platon. Der große griechische Philosoph Platon, der der Philosophie bekanntlich eine Führungsrolle einräumt! Welch eine Ehre, mit ihm zu arbeiten! Begleiten Sie uns jetzt ins Atrium.“


Der Blick öffnet sich in einen weiten, von einer Kuppel überwölbten Raum, darunter eine parkähnlich angelegte Landschaft. Ein Brünnlein plätschert, Vöglein singen, ein Brücklein führt über einen lustig springenden Bach, der sich in einen Teich ergießt. Haifischflossen ziehen Furchen durchs Wasser.

 
PAZ: „Wir schreiten jetzt über den berühmten Catwalk. Gleich treffen wir den Hausherrn.“


Die Jury sitzt unter einer Palme auf einer Insel. In der Mitte der Hausherr, links Kant, seltsam verdreht, in sich zusammengesunken, mit offenem Mund, ein Speichelfaden seilt sich ab auf seine Brust. Rechts Hegel, auch ziemlich zerstört, seine Haare stehen nach allen Seiten ab.


PAZ: „In der zehnten Staffel wurde eine Neuerung eingeführt: Der Philosophen-Grill! Zuschauer zuhause und im Studio können der Jury Stromschläge verabreichen. Die Quoten sind dramatisch gestiegen. Der Zuschauer will dabei sein, Spaß haben. Verweilen wir einen Moment beim Defilee der Kandidaten. Was sehen wir?“


PAZ stark zurückgenommen, raunend: „Zu Tschaikowskys Tanz der Schwäne schweben die Kandidaten ein, mal nachdenklich, mal meditierend, mal theatralisch, mal grimassierend, mal gehemmt, mal manieriert. Wir sehen den Denker auf der Bühne. Assessment heißt jetzt Casting. Führungskräfte üben den philosophischen Gang. Bewertet wird der Faltenwurf der Toga, die Gestik, die Mimik, die rhetorische Pose und die Darstellung einer Denkfigur. Gestern: Lügen und dabei gut aussehen. Heute: Führen ohne Verstand. Das hört sich einfacher an, als es ist. Denn wie immer gilt: Es muss gut aussehen, mehrheitsfähig sein und Vorbildcharakter haben.“

AS streichelt seinen Pudel: „Empedokles, du hast das gewisse Etwas, aber du musst mehr aus dir herausgehen. Das kannst du besser. Sei nicht so gehemmt!“ 


PAZ: „Guten Abend, Arthur.“


Pudel bellt. „Ruhig, Pudel! Was bellst du? Das ist nur Tante Petra vom Fernsehen.“ Schopenhauer wirft einen verächtlichen Blick in die Kamera. „Du kennst doch Tante Petra, sie schmeckt nicht.“


PAZ: "Wie heißt denn der Kleine?"


AS: "Butz. Seit zweihundert Jahren.“


Pudel bellt weiter.

 
AS: „Kann mal jemand den Hund beruhigen!“


Der Pudel wird unter lautstarkem Protest entfernt.


  

Dieser Beitrag braucht nichts dringender als eine Fortsetzung.

Demnächst:  

Zu Besuch bei ... Arthur Schopenhauer in L. A.
Zweiter Teil 

Ist Heidegger schon geschlüpft?

Dienstag, 27. Mai 2014

Der römische Kaiser Nero über Mängel beim Brandschutz


Teufelnochmal

Der Blog für den überforderten Intellektuellen



Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass in diesem Land keine intellektuellen Debatten mehr geführt werden: 
  • Mangelt es an Verstand? 
  • Fehlen die Köpfe? 
  • Ist es die Kanzlerin? 
  • Verlassen sich alle auf Sloterdijk? Ist Sloterdijk zu stark, bist Du zu schwach!
Das muss dringend geändert werden. 

Das kommt auf Sie zu - Themen der Redaktion:
  • Der römische Kaiser Nero über Mängel beim Brandschutz
  • Marcel Reich-Ranicki über Thomas Mann
  • Streitgespräch mit Franz-Josef Strauß und Rudolf Augstein über das aktuelle Politbarometer
 Wir haben sie alle:
wir bringen sie zum Sprechen!
  • Die 500 wichtigsten Intellektuellen aller Zeiten: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Heidi Klum und Markus Lanz; Klum sagt den schönen Satz: "Nur eine kann Germanys next Topmodel werden!" 
  • Frank Walter Steinmeier hält eine Wutrede
  • Exklusiv: Dürfen wir Tiere essen? Jetzt spricht das Schwein!
  • Helge Timmerberg: Zurück aus dem Paralleluniversum - Mein Doppelgänger war genauso bekifft wie ich!
  • Die Filmkritik von Adolf Hitler: A Long Way Down
     
    Bleiben Sie dran!

    Und beim nächsten Mal: 

    Zu Besuch bei ... Arthur Schopenhauer in L.A.

    Freitag, 23. Mai 2014

    Das Haus an den Gleisen
    Der Soundtrack zum Buch, Teil 2

    Welche Bewandtnis es mit den Wellenbereichen hat, weiß ich nicht, nur dass ich drei Knöpfe drücken und unterschiedliche Sender hören kann: auf UKW die Frankfurter Schlagerbörse mit Hans Verres, der immer völlig fertig ist, wenn Typen wie Rex Gildo und Ricky Shayne ihre gequirlte Kacke zu Gehör bringen:
    Hossa! Hossa! Hossa!
    Isch spren-ge alle Ketten!



    Was mich mit Hans Verres eint, ist der Hass auf Ronny die Stimme der Prärie. Während Wendelin seine Frau und seinen Sohn beharrlich anschweigt, schenkt er Ronny immer Gehör: Hohe Tannen, sie halten die Wacht! Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand. Kleine Annabell, musst nicht traurig sein. Oh My Darling, Caroline.



    Ganze Nachmittage verbringe ich in meinem Zimmer, mache Hausaufgaben, liege faul auf dem Bett, lese, fühle mich unverstanden und höre zu Herzen gehende Musik, Trauermusik, die im Radio nur an besonderen Tagen gespielt wird, Volkstrauertag und  Totensonntag. Klassiker wie Glenn Miller’s Moonlight Serenade, Harry Belafonte, Try to remember, Roy Orbison, In Dreams, Tom Jones, Green, Green Grass of home, Bee Gees, I Started A Joke, Glen Campbell, Galveston, Paul Anka, Lonely Boy, Bobby Goldsboro, Honey, Paul Mauriat, Love is Blue, Mantovanis Geigen, Moulin Rouge, Exodus, die Titelmelodie aus dem gleichnamigen Film. Rudolf Schock, Fritz Wunderlich … Der Gefangenenchor aus Verdis Nabucco …












    Meine Traurigkeit ist ein innerer Wert, kein Saisongeschäft, eine Eigenschaft, die man spüren, aber nicht sehen kann. Wer mich zum Nennwert handelt, ist ein Idiot. Ich lasse mein Tonband mitlaufen und fertige Mitschnitte an. Jetzt kann ich sie hören, wann immer ich will.
    Ach, ich hab in meinem Herzen da drinnen …

    Ist das nicht unendlich traurig? Doch, das ist es! Aber es geht noch besser:
    Es steht ein Soldat am Wolgastrand …